hohe Berge

Die hatten wir in Nepal schon gesehen. 
Dann zog es uns in den Norden Indiens - nach Ladakh. Das Land der hohen Pässe.
Im Sommer 2015 ist es so weit - wir fliegen über Delhi nach Leh - dort landen wir bereits auf rd. 3.400 m Höhe. 

Um uns langsam an die Höhe zu gewöhnen, bleiben wir zunächst in Leh und unternehmen einige Ausflüge in der Umgebung. Unser Guide Karma war früher selbst Mönch - er führt uns in die Klöster, lässt uns an Puchas teilhaben und erklärt uns, wie das (Über-)Leben hier in dieser kargen Landschaft funktioniert.
Karma nimmt uns mit zu Freunden - er scheint aber auch jeden hier zu kennen.
Überall sind wir herzlich willkommen.

In Leh wird gebaut - für uns eine chaotische Baustelle.
Noch wissen wir nicht, dass wir hier 3 Jahre später auf einem wunderschönen Platz stehen werden.

Dann geht es los. Mit Guide, Fahrer, Koch und einem Helfer fahren wir ins Changtang - über den angeblich zweithöchsten befahrbaren Pass der Erde, den Taglang-La mit angegebenen 5.328m.

Weiter geht die Fahrt zum Tsomoriri See. Dieser liegt auf knapp 5.000m Höhe, nahe der Grenze zu China.
Landschaftlich eine der reizvollsten Gegenden, die wir bisher gesehen haben.
Auch hier werden wir freundlich aufgenommen - sogar einer der Hunde fühlt sich für uns und unser Zelt zuständig.

Nach diesem Ausflug geht es wieder zurück nach Leh und wir bereiten uns für den bevorstehenden Treck über die Pässe vor.
Wir fahren zu der Klosteranlage Alchi - dabei kommen wir an der Stelle vorbei, wo der Zanskar- und der Indus-Fluss zusammenfließen.

Von Alchi geht es zunächst noch mit dem Auto weiter nach Photoksar - dort endet die Straße. Wer wie wir weiter möchte, der muss zu Fuß gehen.
Übernachtet wird im Zelt, gekocht wird täglich frisch - die Lebensmittel werden von den Pferden getragen - es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten unterwegs. 
Doch da Karma hier jeden kennt, werden wir immer wieder auf einen Buttertee und Kekse eingeladen.

Unser Weg führt uns auf einsamen Pfaden durch wunderschöne Landschaften und über hohe Pässe immer weiter, bis wir nach ein paar Tagen schließlich Lingshed erreichen. Dort hat Karma früher als Mönch im Kloster gelebt - dort kennt er sich aus.

Wir besuchen das Gebäude, welches im Jahr 2010 eigens für einen Besuch des Dalai Lama gebaut wurde. Doch in der Nacht stürzt ein Teil dieses Gebäudes ein - alle sind sehr erschüttert. Gemeinsam räumen die Mönche am nächsten Tag die Trümmer zur Seite - für Karma ist es selbstverständlich, dabei mitzuhelfen.

Schließlich gehen wir weiter - wieder über Pässe, Berge und Täler. Anstrengend, schweißtreibend, und unbeschreiblich schön!


Unser Treck endet in Karsha. Dort treffen wir - mal wieder - auf einen Freund von Karma. Dieser besitzt ein kleines Haus mit Garten - dort können wir übernachten.

Zurück nach Leh geht es mit dem Auto - keine 30 km/h sind auf diesen Straßen möglich, daher dauert die Fahrt auch 2 Tage. Unterwegs nehmen wir eine Yak-Hirtin mit, welche zu einem anderen Camp unterwegs ist. Ein Bär hat eines ihrer Yaks gerissen - doch sie ist fröhlich und redet die ganze Zeit. 
(Kaum vorstellbar, doch die Frauen leben in diesen Stein-Verschlägen).

Wir fahren weiter, besuchen noch einmal ein Kloster und kommen dann zurück nach Leh, wo wir von Karmas Familie herzlich begrüßt und eingeladen werden.

Es waren sehr anstrengende Tage - doch was wir gesehen und erlebt haben, ist unbeschreiblich! Wir haben Menschen kennengelernt, die mit primitivsten Mitteln ihr Leben meistern, und dabei immer freundlich, gut gelaunt und hilfsbereit sind - das hat diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.