Africa 2026

Part 5: Guinea-Bissau

Ehrlich gesagt wussten wir vor einem Jahr noch gar nicht genau, wo Guinea-Bissau liegt.

Guinea-Bissau ist vor allem für das Bissagos-Archipel bekannt: 88 teils traumhafte Inseln mit Palmen und weißem Strand. 

In unserer Reiseplanung war das Archipel irgendwann mal als Urlaubsunterbrechung vom Reisen gedacht. Wir durften in den letzten Wochen jedoch an so vielen Traumspots sein, dass wir beschlossen, auf  das Archipel zu verzichten. Zu fremd war uns die Vorstellung unser jetziges (Nomaden) Leben gegen ein gepflegtes Hotel, weiße Tischdecken und organisierte Ausflüge einzutauschen.

Stattdessen haben wir direkt nach der Grenze 54km Holperstrecke zum Varela-Beach in Kauf genommen.

Ein guter Tausch wie sich herausstellte.

Ein Traumstrand mit Palmen an dem man direkt mit dem Fahrzeug stehen kann, ein warmer Atlantik der zum Schwimmen einlädt, nette Anwohner, abends  Lagerfeuer. Ein Bilderbuchleben. Es kostet tatsächlich Überwindung hier wieder wegzufahren.

Die Schwierigkeiten sind aber häufig unübersehbar. Z.B. den Einfluss ausländischer Industrienationen, die sich im Gegenzug zu nicht funktionierenden Stromleitungen Rechte an Abbaugenehmigungen sichern. Nicht mal die Locals wissen nach was hier genau gesucht  wird. Abgelegene Dörfer haben eine Straßenbeleuchtung mit Solarpaneelen bekommen,  die niemals richtig funktionieren wird, da die Paneele innerhalb kürzester Zeit zustauben. 

Trinkwasser muss z.T. vom Fluss geholt werden. 

In der entspannten Hauptstadt Bissau sind die Straßen tip-top, ansonsten zum größten Teil im nahezu dem gesamten Land katastrophal,  gemessen an unseren Vorstellungen.

Zudem hat es  Ende 2025 in Guinea-Bissau einen Militärputsch gegeben, in der Hauptstadt sind viele Militärfahrzeuge präsent. 

Muss man nach Guinea-Bissau fahren? 

Muss man nicht, aber man kann. 

Die Menschen waren auch hier wieder sehr aufgeschlossen und haben sich gefreut uns zu sehen, auch wenn wir nur 50m von ihren Häusern entfernt campiert haben. Irgendwie hatte man immer wieder das Gefühl, dass die Locals sich freuen auch als kleines und armes Land mit 2Mio Einwohnern,  trotzdem bereist und nicht vergessen zu werden.

Auch hier waren alle Polizisten und Militärs extrem korrekt, freundlich und hilfsbereit.

We don’t have much money,  but we have a good live. 

Mit diesem Satz wurden wir kurz nach unserer Ankunft am Varela-Beach empfangen.

Nur 8 Tage waren wir in Guinea-Bissau. Vermutlich werden wir hier nie wieder hinkommen.

Schade eigentlich.