Africa 2026
Part 7: Cote D‘Ivoire
Am 14.April sind wir von Guinea aus in Cote D‘Ivoire eingereist. Manchmal genügen recht einfache Dinge um den Overlander glücklich zu machen. Eine gerne auch herausfordernde Piste, aber auch gute Straßen. Schöne und sichere Übernachtungsplätze an welchen man es sich gut gehen lässt. Gutes Essen, gute Einkaufsmöglichkeiten, nette Menschen,
Côte D‘Ivoire hat alles gegeben, damit wir glücklich sind.
Kurz nach dem Grenzübergang konnten wir eine schöne Offroad-Piste zum Tai-Nationalpark fahren um dort 2 Tage zu Fuß im Dschungel unterwegs zu sein und eine Schimpansengruppe zu besuchen. Weiter ging es über die teilweise überschwemmte Piste an die Küste und dort von einem paradiesischen Traumstrand mit Palmen zum nächsten.
In der größten Stadt Abidjan konnten wir alle fehlenden Visa für die restliche Westafricaroute ergattern, dem Bushcamper einen Service gönnen und Youssou NDour live in Concert sehen.
Tatsächlich gab es keine Situation die nicht gepasst hätte, unwahrscheinlich wie freundlich wir häufig angesprochen und begrüßt wurden. Manchmal ist es so einfach einen Overlander glücklich zu machen.
Klar ist aber auch dass der Zufall da häufig eine große Rolle spielt, wie gut man sich in einem Land aufgehoben fühlt. Die ersten Begegnungen und Erlebnisse sind da tatsächlich meist prägend.
Côte D‘Ivoire macht gerade einen Riesenaufschwung. Der Handel mit Elfenbein wurde durch Kautschuk, Bananen und Palmöl abgelöst. Riesige Plantagen und Monokulturen sind die Folge. Elefanten gibt es so gut wie keine mehr.
Oft haben Kerstin und ich auf den Überlandstrecken darüber gesprochen, ob der in europäischen Ländern immer wieder geforderte Verzicht auf Palmöl Sinn macht. Was sind die Folgen für Länder wie Cote D‘Ivoire die aufstrebend sind und nun ihren Anteil am Kuchen haben wollen? Ist es sinnvoll, vertretbar und statthaft, dass wir aus den reichen Industrienationen mit vollen Taschen solche Forderungen aufstellen? Was passiert in diesen Ländern wenn der Palmölabsatz um 10% oder 20% einbricht?
Wenn man erstmal hier ist, schaut vieles anders aus und man versteht die Länder und Menschen besser. Eine Forderung ist schnell aufgestellt, eine praktikable Lösung viel schwieriger.
Côte D‘Ivoire kam für uns gerade zur rechten Zeit. Nach 3 1/2 Monaten und knapp 15.000km in Afrika, für uns ein Land zum durchschnaufen, wohlfühlen und ab und an die Seele baumeln lassen.