Africa 2026

Part 9: Togo

Wir sind mittlerweile seit 3 Tagen in Benin, höchste Zeit auf das letzte Land Togo zurückzublicken. 

Togo ist ca. 550 km lang, an der schmalsten Stelle aber gerade mal 50 km breit. Von Reisen in den Norden Richtung Landesgrenze Burkina-Faso wird aus Sicherheitsgründen abgeraten. Wenn man will kann man Togo also auf dem Weg von Ghana weiter Richtung in den Süden Afrikas innerhalb von Stunden durchqueren. Eine andere Routenwahl mit längerer Aufenthaltsdauer muss dann schon genauer geplant werden.

Wir wechselten an einem sehr kleinen Grenzübergang von Ghana nach Togo. Die ersten Kilometer waren eine Off-Road Piste, gut zu fahren. Da es uns in den Bergen so gut gefallen hat, haben wir beschlossen erstmal nicht an die Küste in die Hauptstadt Lomé zu fahren, sondern weiter nördlich zu bleiben. 

Auf unserer Reise stellen wir immer wieder fest, wie schnell sich unsere Wahrnehmung für die Menschen und ein Land ändert, manchmal schon direkt an der Grenze. Die Antennen nehmen da sehr schnell Stimmungswechsel, berechtigt oder unberechtigt, wahr. Von Ghana nach Togo, kam der Sprachwechsel von englisch wieder auf französisch hinzu. 

Die ersten Checkpoints durch die  Polizei in den Bergen waren absolut korrekt, aber der überschwängliche Smalltalk der uns bisher häufig  bei Checkpoints begegnete, fand nicht statt. „Vous allez ou?“ war fast schon herzlich. 

Die Landschaft blieb atemberaubend schön in den Bergen. 

Unsere erste Nacht verbrachten wir im Garten des Klosters Danyi Abbaye de L’Ascension. Irgendwie waren auch hier alle freundlich,  blieben aber reserviert. 

Wir besuchen Sonntag früh den Gottesdienst, vorrangig erkundigt man sich danach, ob den schon jemand zum bezahlen für die Übernachtung da war. 

Wir fahren weiter ins Landesinnere. Wir haben uns schon seit Marokko angewöhnt, gerade in Dörfern immer wieder Menschen einfach zuzuwinken und auch beim Durchfahren freundlich zu Grüßen, was fast immer erwidert wird. 

Hier in den Regionen Togos die wir querten, ernteten wir meist nur interessierte Blicke.

Wir beschließen nochmals eher abgelegene Gegenden zu erkunden, fahren deshalb vom nächsten Übernachtungsort Atakpame zum Stausee Lak Nangbeto. Im Stausee bzw. dem Fluss soll es angeblich Hippos geben. 

Weiter geht es auf einer Piste in die Grenzregion zu Benin und wir folgen der Grenze parallel. Grenzregionen sind häufig, etwas abgeschnitten von der Infrastruktur und ländlicher. Wir sind gespannt.

Alle paar Kilometer erwartet uns nun ein inoffizieller Checkpoint durch Dorfbewohner. Mal winkt man uns durch, mal will man ins Auto schauen, sogar Papiere will man sehen. An einem Checkpoint trägt ein Jugendlicher ein Maschinengewehr an einer Schnur.

Eine permanente Gratwanderung, was lässt man zu, ab wann sagt man non. Alles geht gut, kein Problem. 

Alles in allem aber eine komische Stimmung, keine Gegend in der man in einem Bushcamp übernachten will. Da verlassen wir uns mittlerweile komplett auf unser Bauchgefühl.

Die Grenze nach Benin ist nicht weit und wir beschließen nach gerade einmal 3 Tagen Togo ins Nachbarland Benin zu wechseln.

Irgendwie hat es nicht gepasst mit Togo und uns. Vielleicht hätten wir auch den Umweg über Lomé in Kauf nehmen sollen. 

Wir haben viel darüber diskutiert was uns in Togo gefehlt hat. Vielleicht war der Unterschied zwischen Ghana und Togo einfach zu groß, hat die Musik, der Rhythmus, die Vibes gefehlt? 

Vielleicht hat man es als Fernreisender  oder Overlander in Togo auch zu leicht. Wenns nicht auf Anhieb klappt, bin ich ja gleich weiter? 

Keine Ahnung. Vielleicht muss man auch einfach mal akzeptieren dass es nicht gepasst hat.