Africa 2026

Part 4: Senegal.

Mitte Februar erreichen wir Senegal über die Grenze von Mauretanien. 

Bereits kurz nach der Grenze sind wir von den Farben und der unwahrscheinlichen „quirligkeit“ der Menschen angetan.

Lebensbejahend trifft es vielleicht ganz gut.

In der ersten größeren Stadt St. Louis treffen wir auf bunte Gewänder von Frauen und Männern, Künstler in kleinen Läden, vermengt mit einstmals prächtigen Kolonialbauten und einen typischen Hafen.

Dakar-die Stadt klingt nicht nur nach Endziel der Rallye Paris-Dakar oder Musik von Youssou N’Dour sondern auch nach Verkehrswahnsinn und vielem mehr.

Jeder hat ein anderes  Bild von Dakar.

Tatsächlich bekommt man in Dakar alles:

Zum Frühstück knuspriges französisches Baguette, Aperol-Spritz am Hotel-Pool,  Fajita in einem libanesischen Restaurant? 

Alles kein Problem, solange der Inhalt des Geldbeutels stimmt. Die Preise sind europäisch und für die allermeisten Senegalesen nie erreichbar.

Wir bummeln am Abend durch die Strassen, junge Menschen lehnen sich lässig an ihren Mercedes-AMG, die Uferstraße führt durch Luxusviertel.

Für viele Menschen in Dakar bleibt aber vermutlich schon der undefinierbare, aber nicht schlechte „Eintopf“ den es gleich am Straßenrand um die Ecke für umgerechnet 1,50€ gibt, schon Luxus.

Wir verlassen Dakar Richtung Süden und 

besuchen einige Touristenhotspots: Die Ile de Goree beeindruckt uns als Mahnmal gegen Sklaverei nachhaltig, 

Lac Rose, die Küstenstädte MBour, Saly, Warang sind uns fast schon zu touristisch geprägt, aber sicherlich schöne Plätze für den Badeurlauber.

Die Landschaft im Norden und in der Mitte Senegals, die wir durchfahren haben, besteht zum großen Teil aus Grasland mit Büschen und Bäumen. Schaf-, Rinder- und Ziegenherden weiden hier. Für uns sind die manchmal langen Fahrtstrecken eintönig und ohne Abwechslung. 

Sobald wir aber anhalten sind wir zumindest von Kindern umringt, häufig gesellen sich aber auch Hirten zu uns. 

Es entstehen die Situationen, die den einen oder anderen Reisenden nerven und die für uns anfänglich ungewohnt sind: 

Man sitzt nach einem langen Fahrtag vor seinem Reisemobil und hätte gerne kurz seine Ruhe, wird aber aufmerksam von zahlreichen Kindern und/oder Erwachsenen beäugt die plötzlich aus dem nichts erscheinen. 

Diese sprechen häufig nur eine einheimische Sprache z.B. Wolof, was die Verständigung fast unmöglich macht. Diese Situationen können sich gerne auch über mehr als 1 Stunde hinziehen oder beliebig wiederholen. 

Geduld und die richtige Einstellung gegenüber den Locals sind dann gefragt. Tatsächlich mussten wir anfangs auch lernen mit diesen besonderen Situationen umzugehen. Aber schließlich sind wir die Gäste in einem Land und nicht die aufgeschlossenen Menschen die uns besuchen, zumal wir oftmals das Gefühl haben, die Attraktion der Woche zu sein.

Weiter im Süden wird die Gegend auch durch den Gambiariver abwechslungsreicher, fruchtbarer und grüner. 

Der Niokolo Nationalpark im Südosten bietet eine tolle Tierwelt.

Nach unserem Abstecher durch Gambia betreten wir wieder Senegal in der Casamance. Ein Riesenunterschied zum mittleren und nördlichen Landesteil. Die Natur ist tropisch, Papayas und Mangos wachsen, die Strände wunderschön und teilweise einsam. Die Menschen sind ebenfalls sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig, lassen einem aber mehr den für uns Mitteleuropäern gewohnten Abstand. Ein ganz eigener und besonderer Landstrich. 

Senegal war für uns ein Land mit extremen Gegensätzen. Wir haben viele Einheimische flüchtig kennengelernt, die uns von Ihrem Traum Europa über das Meer zu erreichen erzählt haben.

Und wir mussten leider Geschichten von Menschen hören und deren Gräber sehen, die diese Reise nicht überlebt haben.

Wir durften hier das Ende des Ramadan erleben und wie es sich anfühlt, wenn die Trommeln nicht mehr schweigen und wie die pure Lebensfreude aussieht. 

Ja, es gab durchaus eher langweilige und eintönige Tage, aber auch wieder die ganz besonderen Begegnungen und Highlights.

Vor ein paar Tagen haben wir Senegal verlassen und sind nun in Guinea-Bissau. Wir denken noch oft an die Menschen und besondere Gegenden und Gegebenheiten, die wir im Senegal kennenlernen durften.