Africa 2026

Part 8: Ghana

Ghana hat den Ruf ein sehr entspanntes und tolles Reiseland zu sein. Auch viele deutsche Volunteers und Expads entscheiden sich für Ghana. Wir waren gespannt.

Wir wollten unbedingt nach Kumasi, dem größten Markt in Westafrika. Wir stellten uns ein buntes Markttreiben vor, nur etwas größer.

Vorstellung und Realität treffen manchmal hart aufeinander: Hier werden Waren in großen Mengen für gesamt Westafrika eingekauft und verkauft. Ein Wahnsinn an Lautstärke, Waren, Gerüche, Verkehr. Völlig überladene Transporter auf dem Weg in die Nachbarstadt oder in das Nachbarland beherrschen den Markt. 

Mehrere 10.000 Händler auf engstem Raum. Für uns viel zu viel an gleichzeitigen Eindrücken und daher suchen wir wieder eher die Natur.

Weiter im Süden an der Küste besuchen wir Elmina und das Fort von dem aus Sklaven verbracht wurden. Wir waren auf vieles vorbereitet, unser Guide Michael hat uns aber die Geschichte der Sklaverei so eindrücklich vor Augen geführt, dass wir mit einem Kloß im Hals und Tränen in den Augen entlang der Küste weiterfuhren. 

Es waren aber noch so viele Fragen offen: Wie sehen uns die Locals als oft einzige Weiße in einer Stadt? Wie geht es ihnen angesichts der Geschichte der Sklaverei dabei? Dürfen wir überhaupt „Black“ zu Ihnen sagen? 

Nach 2 Tagen kehren wir nochmals nach Elmina zurück und sprechen mit Locals um Antworten zu finden. Sie beruhigen uns: Fühlt euch wohl. Ihr seid herzlich willkommen. Überall. „It is not a matter of race or colour. It is a matter of humanity.“

Weiter geht es in den Osten Ghanas. Eine grandiose Bergwelt in der Voltaregion erwartet uns. Wir treffen sehr nette und immer hilfsbereite deutsche Auswanderer, häufig ehemalige Overlander, die sich hier schon vor Jahrzehnten niedergelassen haben. Besuchen aber auch unwahrscheinlich tolle Projekte von Ghanaern, die viel vorhaben. Die Locals sind cool, tragen häufig Bob Marley und Jimi Hendrix Shirts. Bunte Kleider beherrschen das Straßenbild, es gibt viele vegetarische Restaurants. In der Luft ist permanent Musik und Rhythmus zu spüren.

Wir fühlen uns pudelwohl, zudem ist in den Bergen die Luft angenehm kühl.

Ok, der Bushcamper war in Ghana nicht sonderlich gefordert. Die Straßen meistens gut, alles bequem passierbar. 

In dem Bruchteil von Ghana, den wir anschauen konnten, spielten die persönlichen Begegungen die Hauptrolle, nicht der Off-Road Spaß.

Verflixt, dass wir schon wieder weiter fahren. Aber unsere Visatermine geben uns nun die Zeitschiene vor. Schade.

In den vielen Fahrstunden seitdem wir vor 3 Tagen Ghana verlassen haben, überlegen wir uns schon wie man irgendwann am einfachsten von Deutschland nach Accra fliegen kann, um Ghana nochmals intensiver zu erkunden. 

Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir Ghana nochmals intensiver erkunden werden.